Ultima Thule - SpitzbergenKarte Nordkinn

 

 

Datum: (11). September bis 22. September 2009
Route: Doki - Longyearbyen - Moffen - Barentsburg - Longyearbyen
Hauptziel: Nord-West Spitzbergen

 

Die Entdeckung Spitzbergens
Im 12 Jahrhundert wurde die nördlichste Inselgruppe Norwegens von den Wikinger entdeckt,  aber erst im 16. Jahrhundert wuchs das wirtschaftliche Interesse an dieses teils unwirkliche Archipel. Der Niederländer Willem Barentsbesuchte den “Kalten Rand” um dort nach Bodenschätzen zu suchen, wo er auch fündig  wurde. Steinkohle und Eisenerz waren die Fundamente um “Grönland” zu besiedeln, Barentsburg wurde gegründet.

Das 17. und 18. Jahrhundert ist eines der dunkelsten und blutigsten Kapitel für die Fauna, der Wirtschaftsfaktor Nummer 1 dieses Archipels war nun fortan der Walfang, die Jagd nach Walrößern, Eisbären, Robben und anderem Getier.

Aber auch für Entdecker wurde Spitzbergen zu nehmend interessanter, so manche Nordpol-Expedition nahm ihren Ursprung in Spitzbergen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde wieder die Förderung der natürlichen Ressourcen wichtig, mit neuer Technik ging es voran. Doch besonderes wirtschaftliche war die Kohleförderung nicht, Spitsbergens Bedeutung nahm ab so auch deren Einwohnerzahlen.

Dies sollte nun unser Ziel sein, ganz weg vom Alltag, vom gewohnten, hinein ins Abenteuer Hoch-Arktis. Auf einem Segelschiff, dass der Fram ähnlich war, fing das Unterfangen in Longyearbyen (ca. 50km von Barentsburg entfernt) an. Nostalgische Flair in dieser wunderschönen und unberührten Natur ließen den Entdeckergeist viel Freiraum.

Dank unserem Reiseleiter Rolf Stange, der Mannschaft der Noorderlicht und des Reiseunternehmens Geo RG wurde uns dieses Abenteuer in der Flora/Fauna Spitzbergens so nah wie nur irgendwie möglich gebracht,

vielen Dank an dieser Stelle!

Gebrüder Schumann

Reiseveranstalter:

Geographische Reisegesellschaft

Reiseleiter:

Rolf Stange

Das Schiff:

Noorderlicht

AnreiseDatum: 11. September 2009                   
Hauptziel:             Svalbard
                    

Vom Lande in die Stadt

ZügMit dem Auto ging es gegen 7 Uhr los, die Reisetasche und der Seesack waren randvoll gepackt und im Vehikel verstaut, schnell verabschiedet und ab ging es in Richtung Abenteuer mit dem ersten Etappenziel Buxtehude. Angekommen, ausgecheckt und ein wenig Sightseeing in Hamburg, wieder zurück, gegessen, geschlafen... 4Uhr ... Wecker klingelt, aufstehen, anziehen, mit dem Auto in Richtung P&R fahren, schnell raus, mit samt Gepäck, Zug fuhr ein, Gleis 1, in Hast in Richtung Ticketautomat gestürmt, wild 2 Tickets gekauft. Gepäck schiebenKarsten parkte zwischenzeitlich das Auto, in Eile kam er an, der Zug fuhr los....

Flughafen erreicht, wenige Augenblicke später war das Gepäck im Checkin verschwunden,  YEAH!!! Cooles Feeling machte sich breit, das Grinsen auf den Gesichtern war wieder zu sehen, hehehehehe, die Anspannung war weg. Da wir noch reichlich Zeit hatten, 2h um genau zu sein, konnten wir uns mal den Duty-Free Sektor genauer ansehen bzw. auf der “Dachterasse” ein wenig die Aussicht genießen.

„Flug XYZ-Ungelöst nach Oslo[…]“Endlich konnten wir zum Boarding übergehen, Karten gezeigt, Kontrolle passiert, Handgepäck verstaut und Sitzplatz eingenommen, 19:34 Frauenschau und 19:46 Schubdüse, ab ging es nun gen Oslo! Hehehe, aber bevor wir nach Norden fliegen konnten mussten wir noch ein paar Leute aus erst Frankfurt am Main abholen, wollten nämlich auch per Anhalter durch Europa.
Die Reisenden22:34 unser Ziel war nun endlich erreicht, OSLO! Es wurde wieder eine lange Nacht in Oslo, doch es hat sich in den letzten 2 Jahren viel getan. Der Flughafen war deutlich gefüllter mit Reisenden die dort direkt übernachteten (wie wir es auch wieder taten) und ebenso nahm die Geschäftsdichte an “Imbissbuden” zu. War schon schwierig einen geeigneten Platz zu finden, aber irgendwie haben wir doch was gefunden, ein paar Stunden schlaf...

13.September 2009

Die Gebrüder Schumann fliegen nach SvalbardSpitzbergen - Soakapp

                 Aufgestanden und als Morgensport war das Einchecken angesagt, “Die Gebrüder Schumann fliegen nach Svalbard!!!”. Über Tromsö ging es nun nach Spitzbergen, kurz auschecken, Schuhe und Gürtel ablegen und zur Sicherheitskontrolle, alles wieder angezogen ging es weiter und schließlich wieder in den gleichen Flieger rein. Eine kleine und sinnfreie Schikane, aber was soll’s. Gegen 12:49 sahen wir bei einer Flughöhe von 10000m in einem kleinen Wolkenloch bereits die erste Insel, Bjoernoeya der Inselgruppe Svalbard. Wieder hüllten für lange Zeit dicke Wolken das Meer ein, erst beim Landeanflug auf Spitzbergen, klarte es ein wenig auf, so dass wir gegen 13:24 die ersten Einblicke auf die karge, felsig, verschneite Landschaft erhielten. Soekapp-Land, Torell-Land, Heer-Land, Nordenskiôld hießen die Gebiete Svalbard Flughafen Gebrüder Schumanndie wir überflogen, vorbei an Gletscher die direkt ins Fjörd mündeten. Vorbei an Gletscher, die wie gigantische Autobahnen aussahen, über wunderschöne Fjörde und Moränen-Landschaften ging es zum Flughafen Longyearbyen. Lustig war an der Sache, das wir nicht die einzigen Deutschen waren die dort hin wollten. Eine Gruppe von Polarfoschern des Alfred-Wegener-Institut (AFW) waren auf selben Wege, ihr Ziel war die wissenschaftliche Untersuchung des Polareises und Meeres, 2 Wochen sollte dies Dauern.

Datum:

13. September 2009

Route:

Hamburg >> Oslo >> Longyearbyen

Hauptziel:

Noorderlicht

Sightseeing in Longyearbyen

Gebrüder Schumann in LongyearbyenCheck-Out, Heurika, es ist geschafft, der lange Traum wurde war! Spitzbergen ist erreicht!!! Unser bis dato nördlichstes Reiseziel! Yeah, geschwind ging es zur Gepäckausgabe, ein großer Eisbär wartete dort bereits auf uns und hat uns bedrohlich begrüßt. Noch näher werden wir diesem Raubtier hoffentlich nicht begegnen und wenn doch dann nur einmal im Leben. Das Gepäck genommen, und Kontakt mit dem Reiseleiter Rolf Stange aufgenommen, abends sollen wir uns im Hafen einfinden. Ausreichend Zeit also um sich Longyearbyen ein wenig genauer anzusehen.

Vor dem Flughafen holten wir uns noch einige Informationen von den „Kollegen“ vom AFW ein. Ursprünglich wollten wir vom „Lufthavn“ bis in die Stadt laufen, wo wir ja bis zum Abend auf unsere Abholung warten mussten. Diese Aktion wurde uns aber gekoLongyearbyen Mine 1nnt ausgeredet, denn Eisbären sind unberechenbar. Erst vor einigen Jahren kam eine Touristin nahe der Stadtgrenze ums Leben, sie war allein und unbewaffnet unterwegs. Kein Thema für uns, dann halt mit dem Taxi.
Taxi für ca. 200 Nrg.Kronen geordert und ins Zentrum gefahren, wichtig Informationen gehascht und unser Gepäck in der Bar “Kroa” abgelegt. Yeah, weil hier jeder jeden kennt und es dort familiär zu geht (übrigens die Kriminalitätsrate liegt bei 0) kann man das Gepäck getrost in der Öffentlichkeit stehen lassen, meinte der Taxifahrer, anfangs skeptisch, später doch mutig ließen wir unser Zeug im Foyer stehen, informierten noch die Angestellten und zogen dann quer durch Longyearbyen. Ausreichend Zeit bis zum Noorderlicht-Crew-Meeting stand uns zur Verfügung, so konnten wir entspannt Longyearbyen anschauen. Die Schneegrenze lag noch jenseits der 400m Marke, bei 3°C ließ es sich auch entspannt spazieren. Schnell noch „Funkspruch“ an Heimatabgesetzt und los ging es. Von der urischen Kneipe Kroa, die sich sehr intensiv dem Thema Trapper-Leben widmet, ging es in Richtung Universität. Auf unserem Weg dorthin machten wir schon weitere Hotspots ausfindig. Das Kohlekraftwerk, das alte Kohletransportsystem und die zugehörigen Utensilien, sowie das erste Steinkohlebergwerk, Mine 1 und 2.

        Yeah, fasziniert von der Landschaft ging es am Ende auf schmalen Pfad entlang nach unten zum Fjord. Momente der Ruhe folgten. Chillen war angesagt, auch hier trafen wir zufällig auf eine Polarforscherin mit der wir auch kurz ins Gespräch kamen. So ging es weiter auf unserer Stadttour, vorbei an alten Relikten der Steinkohleförderung, welche noch heute zahlreich vorhanden sind. Schon eindrucksvoll, wenn man sich die Berge ansieht und bedenkt, dass bei ungefähr einer Höhe von 350m ein Schacht in das Schiefermassiv getrieben wurde um dort Kohle zu fördern. Blickt man in Richtung See, so wurde man mit einem wunderschönen Ausblick aufs Isfjord belohnt.

                Auf unserem Weg machten wir auch “Soelvsten - Galerie & Ramme” aus, leider war dort sonntags gegen 3pm nichts mehr anzusehen, closed. So ging es nach kurzer Schaufenster schau weiter in Richtung Tankstelle. Nicht um sich dort mit einem Bier hinzustellen und lustig zu sein, viel mehr zog uns die Suche nach der “Svalbard Post” (der nördlichsten Wochenzeitung) dort hin, was wieder durch die Aufschrift “Closed” fehlschlug. “O.k.” nächstes Ziel ausgemacht, vom alten und neuen Kohlekraftwerk ging es den Berg hinauf.

                 

                 

                 

                 

                 

Yeah, was für ein Ziel des Tages, anfangs ging es relativ mühelos den Nordhang hinauf, dann später wurde es bei ca. 160m doch ein wenig diffiziler, vereiste Steine machten den Reiz aus.Doch am Ende kann ich sagen, dass sich der mühselige Aufstieg gelohnt hat, der Preis war ein wunderschöner Ausblick über das Advents-Fjord und der Stadt Longyearbyen, yeah :D Inne halten, tief durchatmen und genießen.
Aufschluss der nordischen Wandersfrau, sie voran wir hinterher, man man... was für ein Tempo. Ich verschwand für einen Moment in einer kleinen “Bunkeranlage” als ich wieder raus war, war ich der letzte, vor mir mein Bruder, ich hinterher. Schließlich war bei 284m das Limit für mich erreicht. Mein Bruder rennt wie vom Affengebissen den Hang nach oben, mühelos, als würde das kein Problem sein, “Damed!” dachte ich “Hätte man vorher lieber doch ein kleines Trainingsprogramm absolviert! Woher nimmt er nur die Energie!?!?!”, gerufen, keine Reaktion. Wieder ein paar Meter aufgestiegen, pausiert, Telefon genommen, angerufen: “Hey, shit man, ich komm nicht hinterher, wie hoch willst du noch?” Er daraufhin übelst relaxt: “Wie? Ich sitze in der Kirche!”. :rofl2: “O.K. und ich dachte schon sonst was... ich komme dann zu dir.”

Doch bevor es los ging hieß es genießen, was für ein Panorama!Nur stand ich nun doch vor einem kleinen Problem, der Aufstieg ist ja nicht wirklich das Problem, viel mehr stellte sich der Abstieg als Herausforderung heraus. Yeah, schließlich ging es konzentriert quer den Südosthang hinunter, Kraft zur Besichtigung der Ruine des ersten Steinkohlestollens hatte ich leider nicht mehr, vielleicht ein andermal. Mühselig und zeitaufwendig ging es voran, aber doch unbeschadet habe ich es geschafft. Mein Bruder befand sich mittlerweile in der Kirche zum Aufwärmen und Ausruhen, 45min später kam ich auch dort an.

      In der Kirche angekommen, hieß es erst einmal Schuhwechsel, eine Etage nach oben gehen und sich dann gemütlich niederlassen. Yeah, eine schicke Kirche. Der große Saal wurde aufgeteilt in Gemeinschaftsraum und Kirchraum. Die 3 vertretenen Religionen (katholisch, evangelisch, orthodox) teilen sich gemeinsam dieses Gotteshaus. Postkarten gekauft, Kaffee getrunken und im Gästebuch verewigt, schließlich ging es nach erfolgten aufwärmen weiter in Richtung Gepäck. In der Bar nun angekommen genehmigten wir uns erst einmal ein Bier, in der gut dekorierten Panoramalunch schmeckt es gleichwohl noch viel besser. Schließlich war es dann auch soweit, Rolf gab uns die Zielkoordinaten für unser Boarding durch. “Auf gehts!” Yeah, der Puls stieg, was für ein geiles Feeling, nun beginnt das Abenteuer Arktis! –

        Am Hafen angekommen, sahen wir schon in weiterferne die Noorderlicht (2-Master, Nl) und die Antigua (3Master, ?) in Richtung Hafen tuckern. Für einen Moment fühlte man sich wie im vorletzten Jahrhundert. In dem jede Reise mit einem wirklichen Abenteuer verbunden war und allein die Position mittels Sextant und anderen Utensilien berechnet wurden.

NoorderlichtAber genau dieses Archipel so hoch im Norden musste her um sich von der hoch technisierten Welt für einen Moment zu verabschieden und auf einem Schiff im nostalgischen Flair, wie die Noorderlicht, ist dies fast vollständig möglich.

Das Zoodiac der Noorderlicht legte, den Seesack und das restliche Gepäck gepackt und dorthin verladen. Schon konnte es losgehen, angekommen und die bekannten Gesichter begrüßt, wurden uns die letzt verbliebene Kabine zugewiesen. Geschwind war das Gepäck erst einmal in der kleinen Kabine verstaut, aber vollkommen ausreichend, den sie diente am Ende nur zum Schlafen und lagern. Hoch auf das Deck und die 3°C, gefühlte -10°C, genossen und begossen :-D

 

Datum:

13. September 2009

Route:

Isfjord >> Forlandsundden

Hauptziel:

Ossian Sarsfjellet

Vom Isfjord nach Norden

atag0-isf19:30MEZ, yeah endlich sind wir auf der Noorderlicht. Der Schiffsmotor tuckert vor sich hin und es geht nun raus aus dem Isfjord, Kurs nordwestlich, entlang am kalten Rand immerweiter Richtung Norden, soweit es die Witterung es zulässt. Schließlich hieß es Essenfassen, kulinarisch wurden wir aufs feinste von unserer Köchin Anna verköstigt. Auch ein guter Zeitpunkt, um mit den 18 Mitreisenden ein wenig in gemütlicher runde Erfahrungen auszutauschen.

Die Schiffsglocke wurde schließlich nach dem Reine machen vom Rolf geläutet, Zeit für die allgemeine Lagebesprechung und ein Resümee des Tages, welches durch viele Anekdoten und abenteuerlichen, historischen Geschichten wunderschön erzählt wurde. Respekt, echt Klasse, allein durch die Erzählungen verschwanden die Gedanken an Heimat und an den Rest der Welt. Die Geschichten weckten in einem den Entdeckergeist und die Abenteuerlust vollends. Ein unheimlicher Motivationsschub, so einen Reiseleiter müsste man auf jeder Reise haben :)
23Uhr MEZ, was soll ich sagen, der Mond steht dort am Himmelsfirmament und es ist zu dieser Zeit so hell, wie bei uns es im Januar gegen 16Uhr ist. Wenige Wolken zieren eben dieses, ruhe ringsum bis auf die Wellen die am Schiff brechen. Ein abenteuerliches Gefühl macht sich breit, welches durch die Szenerie und durch Erzählungen intensiviert wird.
Man, was soll ich sagen, einfach genial, soweit oben zu sein und diese natürliche Kulisse so aufzunehmen mit dem Gewissen das es noch fast von Menschen verschont worden ist. Auf der einen Seite das Meer, die Weite und auf der anderen dieses steile, schneebedeckte Felsmassiv. Unwirklich, rau und tödlich, spannend, ein Weilchen bleiben wir noch auf Deck. Lauschen dem Meer und Wind, genießen das seichte Auf und Ab des Schiffes in den Wellen. 
01:25Uhr MEZ, die erste Nacht auf der Noorderlicht, irgendwo im Forlandsund. Mittlerweile befinden sich links und rechts des Schiffes Felsen. Die Kabinenluke ein wenig geöffnet…

noorderlichtaDie Noorderlicht

Kurz um ein paar Worte zum 2-Master. Die Kalkgrund (1925 Flensburg, 1992 Noorderlicht) wurde 1910 als Feuerschiff erbaut und tat ihren Dienst bis 1991 auf der Ostsee. 1991 wurde die Noorderlicht von den beiden Holländer Ted Broeckhuyzen und Gert Ritzema (Niederlande) erworben und zum Reiseschiff umgebaut. Ihren Heimathafen hat die Noorderlicht in Enkhuizen (Nl).

Die Noorderlicht ist 46m lang und 6,5m breit, die zur Verfügung stehende Segelfäche beträgt 550m² die die Noorderlicht mit einer Reisegeschwindigkeit von 6/7 Knoten souverän vorwärts bringt und ist das einmal wegen Flaute nicht der Fall helfen 2 Caterpillar 343D Motoren aus.

Die niederländische Crew der Noorderlicht

                  Kapitän: Ted van Broeckhuyzen
                  1. Steuermann: Dickie Koolwijk
                  2. Steuermann: David Biersteker
                  Köchin: Anna Kors
                  Reiseleiter: Rolf Stange (Deutschland)

Datum:

14. September 2009

Route:

Forlandsund >> Kongsfjord >>Ny Ålesund
+Ossian Sarsfjellet >> Magdalenefjorden

Hauptziel:

Ossian Sarsfjellet

Ossian Sarsfjellet

090914a-kongsfjord05:33 Uhr MEZ, aufgewacht, angezogen und erst einmal raus. Rauf aufs Deck, yeah, den Forlandsund haben wir nun fast geschafft. Die Felsmassive des Forland auf der nordwestlichen Seite neigten sich dem Ende so auch die Route durch das Fjord. Bedrohlich entstieg die Sonne dem Meer, das Firmament bedeckt von einer dichten Wolkendecke gab der Szenerie den entsprechenden Touch.
Passend zum 7 Uhr Frühstück bogen wir ins Kongsfjord. Diejenigen die bereits bei der Fahrt durch den Forlandsund eine sehr unruhige Nacht hatten blieben verständlicherweise im Bett, in der Hoffnung dass die See endlich ruhiger wird. Wir dagegen genossen diese, yeah, es wurde auf jeden prickelnd, die Wellen drückten von allen Seiten gegen das Schiff. Entsprechend durchgeschüttelt wurden wir, die Gischt peitschte geradezu über das Deck und wir mittendrin, in der ersten Reihe mit ein Kännchen Kaffee. 
11Uhr MEZ, im Kongsfjord wurde es nun bedeutend ruhiger. Zum Glück reichte der Wind aus um zwei Segel zu hissen, was natürlich unter Mitwirkung unserer Reisegruppe entschlossen umgesetzt wurde. Gemütlich und entsprechend ruhig ging es zu unserem Ziel dem Ossian Sarsfjellet. Genügend Zeit um die Aussicht auf das wunderschöne Panorama zu genießen oder auf den einen oder anderen Mast rum zu klettern. Was natürlich von allen wohlwollen angenommen wurde. Bei unserem Segelturn tangierten wir auch die Polarforscher Station/Stadt/Dorf/Gemeinde Ny Alesund, die vorerst nur zur Kenntnis genommen wurde, die aber später für unsere Postsendungen große Wichtigkeit hatte.
090914-eisberge13:32 Uhr MEZ, wir erreichen nun das Ende des Kongsfjord. Hier und da befindet sich mal ein kleiner, mal größer blauer Eisberg der uns im Wege steht, doch das ist kein Problem für unser verstärktes Bug, sie werden einfach beiseite geschoben. Diese blauen Eisberge haben schon etwas mystisches, intensiviert wird der Eindruck durch das Felsmassiv im Hintergrund, welches zum größten Teil von roter Tonerde bedeckt ist. Ein wunderschöner Kontrast zwischen den blauen Eisbergen und dem roten Hintergrund. Das leise Flüstern der vorbei treibenden Eisberge, nimmt man nur bei absoluter Stille war, faszinierend. Ein lautes Knallen gibt es, der Anker wird zu Wasser gelassen und zeitgleich das Zodiac.


Das Ufer ist von unzähligen angespülten Eisschollen und kleineren Eisbergen übersät die vom Gletscher „Kronebreen“ stammen. Nachdem David eine Landungszone ausfindig machte, konnte nun das Übersetzen an den Ossian Sarsfjellet beginnen.
090914a-osian14Uhr MEZ, Transfer abgeschlossen, es konnte nach dem Ausziehen der Nässeschutzausrüstung losgehen. Entlang des Ufers ging es an kleineren Bächen vorbei, die zum Teil vereist waren. In noch weiter Ferne thronte ein großer Berg aus roter Tonerde, das wirkte doch mehr nach menschliches Aufschütten! Wo nur der Radlader steht ;) meinte Rolf nicht, dass hier keine Menschen seien?

             

             

             

             

090914a-nooderlicht

             

 

 

 

Es wirkte surreal, aber Rolf erklärte uns die Entstehung! Unglaublich wozu die Natur alles im Stande ist. Dies sollte aber nicht der letzte Wow-Effekt der Expedition sein. Schließlich ging es durch eine Schlucht mit einem unbedeutenden Rinnsal, aber auch hier gab es Aufklärung. Im Sommer wird aus diesem kleinen Rinnsal ein tosender Bachlauf, der durch den Gletscher beim Colletthøgda Berg gespeist wurde. Abenteuerlich ging es dort her, auf dem einem Ufer lag ein großer Steinbrocken, der in seinem quadratischen Erscheinen einem Würfel glich. Spielten hier Riesen?
090914a-GletscherUnd es gab hier nur wenige Schritte entfernt den ersten Kontakt mit den Bewohnern Spitzbergens, die Eheleute Schneehuhn. Frau ganz im weißen Wintergefieder, ihr Gatte im braunen Sommeranzug. Der Gatte bemerkte uns schon, aber Frau von Welt hat nur eines im Sinn… Eine reichliche halbe Stunde machten wir Fotos. Ich machte eines ;)
Wir zogen weiter durch die herbstliche Tundralandschaft, zu weit durfte man sich allerdings nicht von der Reisegruppe entfernen. Die Gefahr eines Eisbären sollte man nicht unterschätzen! Zwei Mann von 21 waren zwar bewaffnet, aber das nützt dem ersten Opfer recht wenig…Glücklicherweise ist nicht passiert, professionell war die Betreuung. Ein Anhöhe mussten wir noch nehmen, voraus sahen wir schon den Colletthøgda Berg, und vernahmen ein lautes Geräusch, dass der einer Autobahn glich. Schließlich hatten wir eine wunderschöne Sicht auf einen Gletscher und seiner Bruchkante. In weiter Ferne erblickte Rolf etwas Rennendes. Die Ferngläser schnell gezückt und aus dem undefinierten Objekt wurde ein Polarfuchs mit seiner Beute im Maul. Geschwinden Fußes verschwand er im ewigen Eis.

Wir nahmen Platz im „Antlitz dieser Pracht“ und genossen ruhend diesen Anblick. Auf dem Weg zurück entdeckten wir noch hier und da im gefrorenem Schlamm Spuren von Möwen und Rentieren. Mit einem wunderschönen Panorama im Westen der Ossian Sarsfjellt schlossen wir die Wanderung ab und gingen zurück zum Schiff.

090914-berg18Uhr MEZ, dort angekommen hatten wir noch ausreichend Zeit für eine Nachbereitung der Ausrüstung. Verköstig wurden wir wieder hervorragend von der Köchin, schon erstaunlich wie sie solche Gerichte in der Schiffskombüse zubereiten kann. Zur Verdauung gab es wieder sehr viel historisches und passend zur Forscherstadt Ny Alesund ging es um die Thematik Luftschiffe und Nordpol, aber auch um die Gefahren die der hohe Norden mit sich bringt. Von Expeditionen und Rettungsmissionen und der tödlichen Gefahr der man hier ständig ausgesetzt ist.
Zur Verdauung ging es anschließend wieder Raus, dem Blick gen offene See. Ruhig nahmen wir wieder Krus auf.

Datum:

15. September 2009

Route:

 Magdalenefjorden >>  Smeerenburgfjord >>
Kennedybukta >> Likneset >> Fuglefjord >> Holmiabukta

Hauptziel:

Likneset, Holmiabukta  

Fuglefjord

090915a-morgens6:25 Uhr MEZ, natürliche Stille, mein morgendliches Ritual beginnt. Raus aus dem Schiffsinneren, rauf auf das Deck. Rings um uns große Felsmassive, eine seichte Brise und diese allgegenwärtige Ruhe die das Schiff umgibt. In östliche Richtung befindet sich ein Gletscher, im Westen eine Landzunge mit einer Holzhütte. Wie ich später erfahre, ankern hier im Magdalenefjord Kreuzfahrtschiffe. Auf der Landzunge die den Namen „Gravneset“ (Gräberinsel) trägt wird von Eisbären Sekt und Champus für die Reisenden der Kreuzfahrtschiffe serviert, es ist deren nördlichster Reisepunkt daher diese Festivität. Die Holzhütte gehörte einem General, nicht unweit davon befindet sich ein eingezäunter Walfänger Friedhof.

7Uhr MEZ, Frühstücken im Magdalenefjord und fortsetzen der Route in Richtung Vögelfjord. Unsere Route führte entlang massiver und rauer Felswände, wunderschöne Lichtspiele der Sonne die ab und zu durch die Wolken hindurch brachen und uns diese Kulisse ins Gedächtnis brannten.

090915a-totenspitze11:47Uhr MEZ, schließlich erreichten wir unser Sekundärziel Kennedybukta, wir ankerten nicht unweit von der „Likneset“ (Totenspitze). Ein wunderschöner Ort für einen Friedhof. Ein großes Gletschermassiv landwärts, zur offenen See Smeerenburgfjord und der uneingeschränkte Blick in die Weiten des Atlantiks, traumhaft.

Die Steingräber enthielten Holzsärge in denen man sogar heute noch heute Überreste finden kann, begünstigt wird die Konservierung durch den Permafrost. Seit 2010 ist dieser Walfängerfriedhofs, übrigens einer der größten aus dem 17. / 18. Jahrhundert, für die Öffentlichkeit gesperrt, auf Grund der historischen Bedeutung der Gräber und dessen Inhalt.

Das zurücksetzen auf das Schiff gestaltete sich durch Treibeis und einer ungünstigen Meeresströmung abenteuerlich, so schnell brauchten wir allerdings keine Steine für unsere Hügelgräber zusammen suchen.

        14:30 Uhr MEZ, der Kurz eingeschlagen, wie durch ein Nadelöhr fädelte Ted sein Schiff durch seichtes Gewässer, yeah absolut abenteuerlicher Charakter dazu überall diese gewaltigen Felsmassive. Schließlich hieß es Eisbären-Alarm. Das Deck füllte sich im Nu mit Polarreisenden. Alle suchten die schneebedeckten Felsmassive ab, schließlich konnten wir einen Eisbär an seinem Hintern erahnen. Ein eindeutiger Beweis war das noch lange nicht.

090915a-eisbärenVor wenigen Wochen war selbst der britische Sender BBC unweit des Magdalenefjord auf Eisbärenschau, ein gestrandeter Finnwal zog die Eisbären an. Begünstigt durch die Meeresströmung trieb er weiter gen Norden in das Vogelfjord, wo er nun vermutlich liegt. Wissen tun wir es bis jetzt noch nicht. 15:20 Uhr MEZ, in der Bucht Holmiabukta hatten wir nun die Bestätigung für unseren Eisbärenalarm. Ted manövrierte die Noorderlicht so nah wie möglich an die Eisbären heran. Fotoshooting mit 8 Eisbären war angesagt. Als der Anker mit einem lauten Plumps                                                 gen Meeresboden versank, blickten die Eisbären kurz

                   

                   

090915-hügelgrab

auf, waren aber eher unbeeindruckt. Sie gaben sich vollends ihren Festtagsbraten hin. Die Eisbären, die nicht mehr konnten suchten sich einen ruhigen 090915-grabPlatz zum Ausruhen, gruben sich eine Schneehöhle oder legten sich direkt auf den Fels hinter einem Wind schützenden Felsbrocken. Andere wiederum strömten zu Lande oder im Wasser gen Wal-Kadaver, wo sie gemäß der Hierarchie fressen durften. Eisbären als erstes, dann Weibchen und Jungtiere.
Die Seemöwen dagegen machten sich nichts draußen und thronten auf dem Kadaver und speisten nach belieben. Die Polarfüchse dagegen schlichen sich an, in der Hoffnung hier und da etwas abzubekommen, was denen dabei auch zum Teil erfolgreich gelingen sollte.

Teilweise waren die Eisbären so vollgefressen, dass sie es entsprechend schwer hatten ihren Körper über die Steine zu bewegen, nach mehren Anläufen gelang es aber auch dem Dicksten.

Am Abend gab es für uns, nach einem sättigenden Mahl, ein sehr informatives Seminar über Eisbären. Was für ein lohnender Abende :-D

Datum:

16. September 2009

Route:

Holmiabutka >> Solanderfjelletta / Bruceneset

Hauptziel:

Skipper Frik, Solanderfjellet

Von der Holmiabutka zum Raudfjord (Bruceneset / Solanderfjellet)

090916-eisbär_chilllll5Uhr, ein neuer Tag bricht heran, aufgestanden und gemütlich auf Deck gegangen und nach den Eisbären Ausschau gehalten. 7 Stück waren es nun mehr und hatten glücklicherweise noch genügend zu fressen, keine Panik für uns.

090916-eisbär_eatSchließlich ging es los, langsam bewegte sich die Noorderlich aus der geschützten Holmiabukta, unser heutiges Ziel war das rote Fjord, Raudfjord. Schließlich wurde es ein wenig turbulent auf dem Wasser, Kaffee trinken war also nicht möglich, auf und ab, links nach rechts, yeah prächtig am Schaukeln waren wir. Unser Kameramann gab alles, voll Einsatz und wer ein wenig Ablenkung brauchte, konnte sich auch bei diesem turbulenten Seegang die wunderschönen und mittlerweile weiß eingepuderten Felsformationen ansehen, was für ein wundervoller Anblick.

Dazu die ständig wechselnden Witterungsbedingungen, hier fühlt man sich klein im Vergleich zur Natur.

090916-gletscherAls wir wenig später im roten Fjord ankamen und die Segel hissten um ruhig und gemütlich unsere Fahrt fortzusetzen, wurde unsere Ankunft mit einem wunderschönen Wetterphänomen geehrt. Ein Halo umgab die Sonne, quasi ein Regenbogen dessen Entstehung auf Eiskristallen beruht in denen sich das Sonnenlicht bricht. Keine 10 Minuten später verschwand der Eiskranz der Sonne.

Immer tiefer Drangen wir in das Fjord ein, eine Hütte zeichnete sich in der Ferne ab, unser Ziel. Gegen 11Uhr ankerten wir in der Bucht Alicehamna,  der Kapitän ließ unser Landungsboot zu Wasser.

090916-karstenÜbersetzen, doch wir waren nicht allein dort. Spuren eines Fuches (?) konnte man in der leichten Schneedecke ausfindig machen. Schließlich liefen wir in Richtung der Trapper Hütte. Wie sich später herausstellte handelte es sich dabei um eine unlängst verlassene, aber dennoch „dienliche“ Trapperhütte mit dem Namen Raudfjordhytta. Wäscheleine, Ofen, Gästebuch, selbst Besteck war noch vorhanden ;)

Schließlich verriegelten wir die Hütte wieder, damit im Fall der Fälle doch noch eine geschützte Unterkunft gegeben ist.

090916-überfahrtEin weiteres Etappenziel war die Besteigung der Anhöhe auf der wir nebst Grabhügel des Skippers Frik auch seltsame Yeti-Spuren fanden ;) Der Ausblick hat sich mal wieder gelohnt, doch in der Ferne zeichnete sich noch ein interessanterer Gipfel ab. Den galt es nachdem Mittagessen zu besteigen.

               

               

               

               

               

090916-trapperhütte

               

               

               

               

14Uhr, übersetzen und los wandern gen des 3330 dcm hohen Gipfels. Wie schnell sich das Wetter ändern kann wurde uns in nach dem Mittag wieder klar. Bei Sonnenschein sind wir das zweite Mal übergesetzt, nach ca. 60min unserer Ankunft wurde es trüb, keine 30min Später schneite es, es wurde windig, kalte gemessene 5°C, gefühlte -10°C.

090916-noorderlichtYeah, aber ein wunderschönes Gefühl es in dieser Form zu erleben. Mühselig aber hoch motiviert ging es den Berg hinauf, unterwegs passierten wir schneebedeckte Polarwälder und viel Geröll. Oben auf den Gipfel endlich angekommen, hieß es verewigen und die Ruhe genießen, eine kleine Pause an einem Windgeschützen Ort war auch drin.

In der ferne zeichnete sich noch ein kleiner See oder Fjord ab, für uns vorerst unerreichbar. Dicke Wolken zogen wieder auf, die Sicht wurde wieder schlechter. Schließlich folgte der Abstieg, hinauf war das alles noch ganz lustig anzuschauen, Berg hinunter war nun mittlerweile alles schneebedeckt und ein wenig gefährlich, Sturzgefahr!

Die Wälder waren nun gänzlich zu geschneit, die Sicht090916-noorderlicht2 lag bei 100m, die Noorderlicht und das Fjord waren noch nicht in Sicht. Dank Rolfs Ortkenntnis und GPS Navigation fühlten wir uns sicher, verlustfrei ging es in Richtung Landungsboote. Als schließlich die Nooderlicht aus der Nebelbank hervorbrach fiel uns allen ein Stein vom Herzen, schließlich hätten wir nicht alle in die Trapperhütte gepasst.

Im roten Fjord übernachteten wir nun, am Abend gab es Themen begleitend wieder einen sehr informativen Vortrag, dieses Mal zum Thema „Leben der Trapper“.

 

Datum:

17. September 2009

Route:

Solanderfjelletta  >> N80° >> Moffen

Hauptziel:

Moffen

Vom Raudfjord in Richtung 80°N

090917-noorderlicht_eingeschneitWie der gestrige Tag zu Ende ging, so fing der neue Tag auch an. Das Schiff winterlich und schon teilweise weihnachtlich in Schnee gehüllt. Jetzt fehlte nur noch Weichnachtsschmuck an der Trapperhütte und das Fest wäre perfekt gewesen.

Zum Glück war es nur neblig als wir losfuhren, um am zweiten Arm des Raudfjord von Board zu gehen, bis dahin war das Deck gefährlich glatt. Die salzige Gischt löste aber das Problem.

Gegen 9:30 auf Spitzbergen setzten wir nun auf die Halbinsel Buchananhalvoya hinüber. In lustiger Runde ging es schließlich den 2000dcm hohen Berg hinauf, um auf der anderen Seite einen vielleicht guten Blick auf den angrenzenden Gletscher zu erhalten. 090917-islandKnietiefe Schneewehen und versteckte Geröllpfade hieß es vorerst zu überstehen, nach 60min war der Aufstieg vollbracht. Das Wetter ließ uns aber im Stich, man kann ja nicht alles haben, nur schemenhaft sahen wir den Gletscher und das angrenzende Felsmassiv.

So hatten wir doch beim Abstieg wenigstens einen schönen Ausblick auf unser Schiff. Dicke, trübe mit Schnee beladende Wolken zogen auf, es wurde ein wenig unheimlich. Weitere Wanderziele anzusteuern war für uns nicht mehr möglich, so konnten wir den Meilenstein 80°N ansteuern, der vielleicht auch realisierbar war.

090917-sonnenaufgangSo stachen wir mit diesem Ziel in See. Gegen 13Uhr tat sich endlich etwas mit dem Wetter, die Sonne kam, wenn auch nur zögerlich, zum Vorschein. Die trüben Wolken ließen wir schließlich zurück und fuhren immer weiter in Richtung wolkenlosen Horizont und somit in unser Ziel. Gegen 16Uhr querten wir den 80. Breitengrad, das musste freilich mit einem passenden Getränk und Snack gefeiert werden. Wenig später machten wir ein weiteres Schiff ausfindig, welches höchstwahrscheinlich selbiges Ziel hatte. Wie wir später erkannten handelte es sich um die Antigua.

090917-walross_1Wenige hundert Meter vor der flachen Walross-Insel Moffen ankerten wir. Von Mai bis September ist das Betreten der Insel verboten, glücklicherweise hatten wir die richtige Zeit erreicht. Den in den anderen Monaten ist sie, auf Grund des Eises, nicht passierbar. Eigentlich ist die Insel nicht sonderlich spektakulär, doch die vielen Walrösser sind der Grund. Glücklicherweise Stand der Wind auch günstig und die Walrösser waren uns wohl gesonnen, so konnten wir leise und vorsichtig auf die Insel aufsetzen. Zwei große ausgewachsene Walrösser inspizierten uns und deklarierten uns als ungefährlich, wenig später untersuchten sie auch die Schiffe und drehten wieder ab. Der Besuch wurde gestattet.

 

 

 

 

 

 

 

090917-walrossDie Walrösser nahmen ihre Alltagsbeschäftigung auf, verdauen, chillen und ein wenig im Wasser rumspielen oder nach Nahrung suchen gehen.

Die Topographie der Insel ist ein Hauptgrund warum die Walrösser sich so hoch im Norden aufhalten, der andere Grund ist das reichliche Vorkommen ihrer Lieblingsspeise, Muscheln.

Da die Insel sehr flach ist, können die Walrösser ihre massiven Körper einfach an Land robben, was manchmal an dicke Mehlwürmer erinnert. ;)

Respektvoll und beeindruckend anzuschauen sind sie schon die Walrösser und vor dieser natürlichen Kulisse einfach wunderschön.

Schließlich ging es leider wieder zurück gen Heimathafen, weitere Abenteuer stehen noch vor uns.

090917-moffen

Datum:

18. September 2009

Route:

Moffen  >> Danskoya, Dej Sju Isfjella  Krossfjord

Hauptziel:

Virgohamna / Danskoya

Vom hohen Norden südwärts

090918-haDie Nacht durchgefahren, tief und fest geschlafen, nichts gespürt vom Seegang. Als es morgens zum Frühstück ging, ankerten wir bereits seit ein Weilchen im Danskegattet. Was für ein wundervoller Sonnenaufgang, wie herrlich die frühe Morgensonne im Schnee der Berge reflektiert wurde, beeindruckend / romantisch / wunderschön!

Nach dem Frühstück ging es in aller Ruhe an das Ufer von Danskoya, mit dem Boot übergesetzt. Auf die anderen Kollegen gewartet und diese Stille wieder genossen. Was für ein prächtiger Tag, was da wohl auf uns noch zu kommt?

090918-denkErstes Etappen Ziel war der historische Stellplatzes des Ballonfahrers Salomon August Andreè in Virgohamma und der Luftschiffexpedition des Herrn Walter Wellmann. Die Unterkünfte und großen Hallen segneten bereits das zeitliche, nur noch die Grundmauern und vereinzelt noch alte Tonnen und metallischer Unrat fand man noch vor.

Aber Rolf erzählte es uns alles möglichst genau, mit ein wenig Phantasie konnte man noch alles erkennen.

Die norwegische Marine ließ vor einigen Jahren ein inoffizielles Ehrenmal errichten, Fotoshooting war angesagt ;)

090918-alpiUnsere Exkursion führte nun weiter nach Süden, auf schroffen felsigen und schneebedeckten Grund. Die Sonne gab noch immer alles, so war der mühselige Weg an diesem wundervollen Abschnitt leichter zu ertragen.

In der Ferne machten wir bereits einige Seehunde aus, die Ufer nah im Wasser spielten bzw. sich auf ihren Steinen ausruhten. Langsam und ruhig näherten wir uns den Seehunden, anfangs ein wenig Scheu, aber nach eine genaue Beobachtung von seehundigerseits war das Thema gegessen: „Ach Touristen, die schon wieder!“

      Hehehe, eine Seemöwe dient als Späher ;-) Schließlich am Ufer konnten wir zum Fotografieren übergehen und siehe da, ca. 14 Seehunde machten wir ausfindig, yeah und sie kamen bis auf wenige Meter an uns heran!!

090918-alpLeider mussten wir weiterziehen sonst kommen wir nicht rechtzeitig ans andere Ufer zur Noorderlicht. Steil ging es die Anhöhe herauf, von vorne die Sonne die mächtig blendete und als wir oben waren, fühlten wir uns für einen  Moment wie in den Alpen! Zeit für eine Pause, um das erst einmal zu erfassen & genießen, traumhaft!5 km lagen nun noch vor uns, wiederholt kein Zuckerschlecken, aber im Gegenzug wurde jeder Schritt in dieser grandiosen Landschaft entsprechend entlohnt! Auf unserem Weg machten wir vereinzelt alte Trapperfallen ausfindig, deren Prinzip uns Rolf freilich erklärte.

 

 

090918-seehund

 

 

 

Wiederholt ging es eine Anhöhe hinauf, das Ziel war noch nicht in Reichweite, geschweige denn im Blickfeld. Dieses Manöver wiederholte sich einige Male und zum Scherze kam auch die Meinung auf wir hätten uns Verlaufen, schließlich baute sich vor uns ein großer Berg auf.

090918-alp_wan_fraTja, was soll man sagen, ein wenig geschafft und ordentlich am Schwitzen ging es den Berg hinauf, freilich mit einem Grinsen im Gesicht. Als wir oben ankamen, sahen wir nun endlich die Noorderlicht. Sie war zwar noch gefühlte 20km von uns entfernt aber Berg ab geht es ja bekanntlich leichter. Nach ca. 6h waren wir schließlich am Ziel und um eine wunderschöne Erfahrung reicher.

Ruhig ging es mit dem Schiff an den sieben Eiszberge vorbei in Richtung Krossfjord wo wir übernacht vor Anker lagen.

090918-alp_wanDer Tag fand einen wunderbaren Ausklang mit den abenteuerlichen Geschichten über den Ballonfahrer Andreè und der Luftschiffexpedition des Herrn Wellmann.

Sternklare Witterungsverhältnisse hatten wir, eigentlich für diese Jahreszeit perfekte Bedingungen für ein Polarlicht, doch, naja, wie schon in Nord-Norwegen erlebt, war wieder nichts zu sehen.

Es schien als wäre die Sonnenaktivität zu gering…

 

Datum:

19. September 2009

Route:

Krossfjord >> Lilliehöökbreen, Signehamna, Nussbaum >>Ny Alesund

Hauptziel:

Signehamna / Ny Alesund

Auf den Spuren der vergangener Expeditionen

090919-sonnenaufgangUmschlossen vom jungen Eis, windstille und doch eine junge Robbe nahte sich dem Schiff, neugierig ein wenig verspielt näherte sie sich dem Schiff. Nach wenig Minuten aber, zog sie weiter.

Nach dem Frühstück setzten wir die Fahrt ein wenig fort, um an anderer Stelle an Land zu gehen.

090919-überfahrtEine spannenden Wanderung lag vor uns, gleich zu beginn begrüßte uns wieder eine Robbe, sie ließ uns passieren. Gleich wenige Meter vom Ufer entfernt, umgab uns eine prächtige Moos- und Flechtenlandschaft mit seltsame, kreisförmige Formationen, die mit Steinen abgegrenzt sind. Wie sich später herausstellen sollte, waren diese „blasenförmigen“ Formationen im Moos Resultat des Frostes, der über die Jahrtausende die Steine aus den tieferen Schichten an die Oberfläche beförderte.

090919-sonnenaufgang_2Zugleich fanden wir an selbiger Stelle einen Steinwall, der noch aus dem 2. Weltkrieg stammte. Wie uns Rolf erzählte befand sich hier in der Nähe eine deutsche Kriegswetterstation, unser Ziel.

Die Sonne war uns wohl gesonnen und ein intensiver Sonnenaufgang begleitete uns auf unserer Tour entlang des gefrorenen Bachs, wenig später passierten wir auch einen See, es ging weiter bergauf.

Ein Pause auf der Anhöhe folgte, einen großartigen Ausblick hatten wir über das Kongsfjord und in nördlicher Richtung fast bis zum Nordpol ;)

090919-steineAuf der weiteren Tour fanden wir alten Metallschrott, gepaart mit Holzkisten. Auf einem rostigen Kanister fanden wir auch den Verursacher heraus, Wehrmacht / Kriegsmarine.

Die ersten Relikte der Wettertupps „Knospe“ und „Nussbaum“.

Schließlich zum Ende der Wanderung kamen wir auf einer Anhöhe an den Platz einer vollständig zerstörten Kriegswetterstation. Rostige Tonnen, Motoren und unzählige Tonnen lagen dort rum und rosteten vor sich hin.

 

090919-nussbaumZurück auf dem Schiff ging es weiter nach Ny Alesund, um unsere Postkarten zu versenden.

Nach 4 Stunden und ruhigem Seegang kamen wir wohlerhalten dort an. Schon erstaunlich wie das Leben in dieser ehemaligen Grubenarbeitersiedlung schwankt. Im Sommer ist dort Hochsaison, ca. 150 Wissenschafter arbeiten dort, dann kommt ab und zu ein Kreuzfahrtschiff und schon sind in Hchzeiten 500 – 1000 Mann dort. Im winter dagegen ist nur noch das technische Personal dort, ca. 20 Personen sind dann vor Ort.

 

 

 

Nordpol vorraus

090919-ankermast_2Sehenswürdigkeiten gibt es auch, neben der alten Grubenlokomotive, die leider sehr unter dem Witterung gelitten hat, findet man dort auch den Ankermast für die Luftschiffe „Norge N1“ und „Italia“. Ein wichtiger Ausgangspunkt für Amundsens Polarexpedition um 1926, der somit der erste am Nordpol war, so auch am Südpol.

1928 startete der italienische Konstrukteur Nobile ebenso in Richtung Nordpol, seine Expedition wurde ebenso erfolgreich ausgeübt. Doch bei der Rückkehr musste die Crew Notlanden.

090919-bahnEs wurde mehre Rettungsexpeditionen gestartet an der auch Amundsen teilnahm. Unter höchster Anstrengung wurde Nobile gefunden und gerettet. Amundsen dagegen kehrte nie wieder zurück und gilt seit jener Zeit als verschollen.

 

Datum:

20. September 2009

Route:

Ny Alesund >> Forlandsund >> Farmhamna >> Eidembreen >> Isfjord >> Barentsburg

Hauptziel:

Eidembreen / Barentsburg

Die arktische Wüste von Farmhamna

090920-sonnenaufgang2Eine unruhige Seenacht hatten wir hinter uns, frühmorgens sind wir in der geschützten Bucht Forlandssund angekommen. Glücklicherweise haben wir die Nacht gut überstanden, fest wie ein Stein schliefen wir in unseren Kajüten. Klarer Himmel  und nur einige wenige massive Wolken über den Bergen der Westküste, und freilich wieder einen langatmigen und spannenden Sonnenaufgang, yeah so muss es sein. Wenn man das 090920-sonnenaufgangnur zu jedem Frühstück so hätte!

Nachdem Frühstück hieß es endlich an Land gehen, kaum konnten wir es erwarten. Rettungswest anziehen, Boot zu Wasser lassen und übersetzen war nun angesagt.

Die See war ruhig und ließ uns ohne größere Probleme landen, ein paar Robben beobachteten das rege Treiben der Menschen.

090920-wanderungUnser Weg führte quer über das hüglige und eisige Terrain, das übersäht war mit diversen Moos- und Flechtenkulturen in schönster Herbstfärbung. Zum Glück war es September, sonst hätten wir in dieser Bequemlichkeit nicht wandern können. Auf unserer Wanderung passierten wir einige zugefrorene Bäche und auch zum Teil Tümpel. Ganz klar, im Sommer wären wir hier auf diesen Feuchtgebieten nie soweit vorgedrungen und wenn dann mit erhöhter Kraftanstrengung. Dagegen hätte man im 090920-wanderung_flussSommer sicherlich viel mehr Vögle dort sehen können, da es sich hier um einen wichtigen Rast- und Brutplatz der Vögel handelt, einige konnten wir ein wenig später noch immer ausfindig machen. In der Ferne, zeichnete sich ein Gletschermassiv ab, unser Ziel der Eidembreen-Gletscher. Doch bevor wir in diese Richtung weiter gehen konnten, mussten wir erst einmal einen Möglichkeit finden, eine Schlucht mit zugefrorenen Wasserfall zu überqueren. Einige hundert Meter Flussaufwärts konnten wir den zugefrorenen Fluss queren. Das Eis gab aber an einigen Stellen nach, was das ganze spannender machte, doch am Ende schafften wir es fast alle mit trockenen Füßen an das andere Ufer zu kommen.
090920-moränenAuf einen Moränenberg angekommen hieß es pausieren und genießen. Welch grandioser Blick über die Landschaft und glücklicherweise hatten wir auch ein windstilles Eckchen gefunden. Am Horizont zeichneten sich dicke Staubwolken ab, was für ein wunderschönes Spiel des Windes mit dem ungeschützten Boden, faszinierende Schönheit. Doch auch der Boden auf dem wir saßen hatte seine faszinierenden Geheimnisse, die für den Leihen anfangs unbemerkt blieben. Doch zum Glück hatten wir einen Diplomgeologen dabei und so gab uns Rolf eine kleine Exkursion in die geologische Geschichte Spitzbergens.
So sahen wir das Gestein und 090920-fossiliendie Erde mit anderen Augen, keine 5 Minuten später fanden wir auch versteinerte Überreste von Korallen und sogar Brachiopoben! Also ein Hinweis darauf, dass es auf Spitzbergen vor Jahrtausenden wärmer gewesen sein muss und das weite Teile des Landes vom Meerwasser bedeckt waren, sehr spannend, Geologie zum Anfassen!

 

 

 

090920-rentiereIn den Felsblöcken dagegen gab es noch mehr Hinweise auf den Urspung Spitzbergens. Vor Jahrmillionen, so Verraten es die Felsen und deren Fossilien, befand sich Spitzbergens in der Nähe des Äquators. Es ging nun weiter auf dem Schotterfeld des Flusses der aus dem Gletscher Venernbreen entspringt. Im Sommer gab es hier keine Möglichkeit den reißenden Strom aus Schmelzwasser zu queren. Jetzt im Herbst, war es nur eine sehr staubige Angelegenheit. Der Wind dreht und füllte alle Poren an uns mit dem feinkörnigen Staub, naja schmeckt nicht wirklich ;)
Doch auf unserem Weg in Richtung Küste machten wir in der Ferne ein Rudel Rentiere ausfindig. Sie bemerkten uns nicht sofort, so hatten wir einige Minuten die Gelegenheit sie zu fotografieren. Doch der Wind drehte sich und sie bemerkten uns, schleunigst befanden sie sich auf der Flucht.
090920-schieferSo mussten wir alleine weiter Wandern, ohne Rentier-Schlitten bzw. Gespann ;-)
Immer wieder ist es doch faszinierend diese Landschaft auf sich einwirken zu lassen. Dieses saftige Herbstgrün, die herrlichen Spielchen des Lichts mit den Wolken und dem Staub. Man kann sich nicht satt sehen, jeder Moment auf seine Art und Weise ein atemberaubend. 090920-grundmauernDiese Landschaft konnten wir schließlich hinter einen schroffen Felsrücken im Windschutz genießen und unserem zweiten Ziel waren wir unlängst sehr nah. Eine kleine und flache Bucht auf der Südseite der Halbinsel Farmhamna. Die Bucht war übersäht mit Treibholz aus Sibirien und auch fanden wir hier Hinweise auf menschliches Leben. Die Grundmauern einer Hütten fanden wir, ein Indiz auf die Hütte von russischen Jägern die hier im 19. Jahrhundert auf jagt gingen, selbst Teile eines Walknochens fanden wir. Keine hundert Meter weiter fanden wir die Überreste einer norwegischen Trapperhütte. Unser Weg führte vorbei an gut geschichteten Holzstämmen, als wollte jemand die in naher Zukunft abholen.
090920-wanderung_2Neugierig wurden wir wieder vom Meer her beobachtet, es waren einige Robben und einige Enten, wenig später sahen wir auch einige Strandläufer die uns aber nicht sonderlich wahrgenommen haben. An der Spitze der Halbinsel, konnten wir wieder zum Chillen übergehen. Eine beachtliche Dünnung aus östlicher Richtung erzeugte faszinierende Brecher an den Felsen, die Gischt peitschte meterhoch in Höhe, stürmisch ging es zu aber auf irgendeine Art doch beruhigend. Mein Bruder und ich errichteten noch schnell ein „Brandungskreuz“ bevor es weiter gehen sollte. Es wurde nun zunehmend stürmischer, Zeit um wieder an Board zu 090920-küstegehen bevor das Übersetzen zu gefährlich wird und wir in der kleinen Trapperhütte übernachten müssen.
18 Kilometer in 7h legten wir nun in dieser herrlichen Tundra Landschaft zurück, jeder Meter hat sich gelohnt.
Auf dem Schiff angekommen wollten wir freilich den Wind auch wieder ausnutzen, wir setzen ein Segel und stachen in See. Spannend und sehr bewegt setzten wir unsere Fahrt in Richtung Barentsburg fort. Leider unser letztes Ziel unserer Reise, die Stimmung war entsprechend gedrückt.
In 090920-leninBarentsburg gab es unser wieder ein großes Festessen, unsere Köchin gab wieder alles und verwöhnte wieder unseren Gaumen nach Strich und Pfaden. Ein Verdauungsspaziergang durch Barentsburg war die Folge, der sich gelohnt hat.

11

Datum:

21. September 2009

Route:

Barentsburg >> Finneset >> Longyearbyen

Hauptziel:

Stadt Barentsburg / Longyearbyent

Barentsburg

090921-hafenSchon frühmorgens hieß es für mich „Raus aus den Federn“, die Noorderlicht schlief noch fest als ich das Schiff verließ. Inoffizielles Sightseeing an der Uferpromenade war für mich angesagt.

Vorbei an dem Büro des Bergbauunternehmens „Trust Arktikugol“ ging es in Richtung Schrottplatz und Hafen. Der Weg führte schließlich zum Kohlekraftwerk. Vorbei an dem vom Wetter gezeichneten Metallen und Hafengebäude, die irgendwie einen bleibenden Eindruck in der verschneiten Landschaft von Finneset bei mir hinterließen.

Nachdem Frühstück schließlich folgte die offizielle Tour durch den beeindruckenden Ort mit unserem Reiseleiter Rolf Stange.

090921-grubentelefonEine Tour nicht nur durch die russische Stadt, sondern auch eine Exkursion durch die Historie.
1912 von einer norwegischen Bergbaufirma gegründet, 1920 wurde das Gelände von der niederländischen Firma Nespico übernommen und seit 1932 in russischen Besitz. Bis zum 2. Weltkrieg wurde ununterbrochen Kohle gefördert und überwiegend exportiert, doch mit zunehmender Zeit wurde dies immer mehr unrentabler. Heute wird immer noch Kohle gefördert, jedoch nur für den Verbrauch vor Ort.

090921-hafen2Geprägt war oder ist Barentsburg immer noch sehr von der Propaganda aus dem Kalten Krieg, denke man da nur an die Lenin Statur auf dem Vorplatz und der diversen Wandmalereien, Pro Sowje. Hatte schließlich doch etwas reizvolles, im Souvenir-Laden konnten wir uns schließlich mit entsprechenden Andenken eindecken ;) übrigens am Konsultat hätten wir auch entsprechende Visa’s uns besorgen können ^^
090921-Interessant war auch der geschichtliche Hintergrund zur Kapelle. 1996 stürzte ein vollbesetztes Flugzeug mit russischen Grubenarbeitern ab. Daraufhin wurde die Kapelle vor dem Versammlungsplatz errichtet, typisch orthodoxer Bau und eine sehr beruhigende Ausstrahlung. Auf unserem Weg tönte von der Ferne ein mechanisches Rattern, in der Ferne ratterte eine Planierraupe über die „Straße“ (Feldweg). Unser Weg führte zum Postamt und schließlich verließen wir die Stadt und wanderten entlang der Grubenbahn, die nur noch einmal täglich fährt, in Richtung Gronfjord wo sich die Ruine einer Walfangstation befinden sollte. 090921-bar78Auf dem Weg dorthin mussten wir auf dem „Feldweg“ aber auf den Verkehr aufpassen, fast jede Minute fuhr ein vollgeladener LKW mit Kohle in Richtung KKW.

 

 

 

 

090921-barentsburg

 

 

 

 

 

 

 

 

090921-katzeBerg ab ging es in Richtung der Ruinen der Walfangstation, ein bedauernswertes Kapitel. Doch der Ausblick in Richtung Finneset und Gronfjord und die Stadt Barentsburg wundervoll. Hinter einer Biegung sahen wir auch schon die Noorderlicht die uns dort wieder an Bord holen wollte. Vorbei am Gronjordbreane führte uns der Weg zurück nach Longyearbyen.

090921-leninToten Stille herrschte auf dem Schiff, fast wie ein Geisterschiff näherten wir uns unserem Zielhafen. Man merkte das Ende der Reise, was niemanden wirklich gefiel. Am Abend kamen wir an, einige Einblicke auf die Samenbank und der Radarstation konnten wir auf unseren Weg dorthin erhaschen. Unsere Köchin war unlängst am rotieren, am Abend gab es das Abschlussdinner „Ted’s Dinner“, yeah, das letzte Abendessen auf der Noorderlicht war ein wunderschönes und leckeres 4 Gängemenü, lecker :)

 

Datum:

22. September 2009

Route:

Longyearbyen >>Oslo >> Kopenhagen >> Heimat

Hauptziel:

Stadt Longyearbyen / Heimat

Longyearbyen

090922-longyearbyen1Schon frühmorgens hieß es für mich „Raus aus den Federn“, die Noorderlicht schlief noch fest als ich das Schiff verließ. Inoffizielles Sightseeing an der Uferpromenade war für mich angesagt.

Vorbei an dem Büro des Bergbauunternehmens „Trust Arktikugol“ ging es in Richtung Schrottplatz und Hafen. Der Weg führte schließlich zum Kohlekraftwerk. Vorbei an dem vom Wetter gezeichneten Metallen und Hafengebäude, die irgendwie einen bleibenden Eindruck in der verschneiten Landschaft von Finneset bei mir hinterließen.

N090922-bergarbeiterachdem Frühstück schließlich folgte die offizielle Tour durch den beeindruckenden Ort mit unserem Reiseleiter Rolf Stange.

Eine Tour nicht nur durch die russische Stadt, sondern auch eine Exkursion durch die Historie.

1912 von einer norwegischen Bergbaufirma gegründet, 1920 wurde das Gelände von der niederländischen Firma Nespico übernommen und seit 1932 in russischen Besitz. Bis zum 2. Weltkrieg wurde ununterbrochen Kohle gefördert und überwiegend exportiert, doch mit zunehmender Zeit wurde dies immer mehr unrentabler. Heute wird immer noch Kohle gefördert, jedoch nur für den Verbrauch vor Ort.

Geprägt war oder ist Barentsburg immer noch sehr von der Propaganda aus dem Kalten Krieg, denke man da nur an die Lenin Statur auf dem Vorplatz und der diversen Wandmalereien, Pro Sowje. Hatte schließlich doch etwas reizvolles, im Souvenir-Laden konnten wir uns schließlich mit entsprechenden Andenken eindecken ;) übrigens am Konsultat hätten wir auch entsprechende Visa’s uns besorgen können ^^

090922-longyearbyen3Interessant war auch der geschichtliche Hintergrund zur Kapelle. 1996 stürzte ein vollbesetztes Flugzeug mit russischen Grubenarbeitern ab. Daraufhin wurde die Kapelle vor dem Versammlungsplatz errichtet, typisch orthodoxer Bau und eine sehr beruhigende Ausstrahlung. Auf unserem Weg tönte von der Ferne ein mechanisches Rattern, in der Ferne ratterte eine Planierraupe über die „Straße“ (Feldweg). Unser Weg führte zum Postamt und schließlich verließen wir die Stadt und wanderten entlang der Grubenbahn, die nur noch einmal täglich fährt, in Richtung Gronfjord wo sich die Ruine einer Walfangstation befinden sollte.

Auf dem Weg dorthin mussten wir auf dem „Feldweg“ aber auf den Verkehr aufpassen, fast jede Minute fuhr ein vollgeladener LKW mit Kohle in Richtung KKW.

 

 

 

090922-kopenhagen

 

 

 

 

 

 

 

Berg ab ging es in R090922-sonnenaufgangichtung der Ruinen der Walfangstation, ein bedauernswertes Kapitel. Doch der Ausblick in Richtung Finneset und Gronfjord und die Stadt Barentsburg wundervoll. Hinter einer Biegung sahen wir auch schon die Noorderlicht die uns dort wieder an Bord holen wollte. Vorbei am Gronjordbreane führte uns der Weg zurück nach Longyearbyen.

Toten Stille herrschte auf dem Schiff, fast wie ein Geisterschiff näherten wir uns unserem Zielhafen. Man merkte das Ende der Reise, was niemanden wirklich gefiel. Am Abend kamen wir an, einige Einblicke auf die Samenbank und der Radarstation konnten wir auf unseren Weg dorthin erhaschen. Unsere Köchin war unlängst am rotieren, am Abend gab es das Abschlussdinner „Ted’s Dinner“, yeah, das letzte Abendessen auf der Noorderlicht war ein wunderschönes und leckeres 4 Gängemenü, lecker :)

 

Fotoalbum 1

 

Die Fotoalben bei Picasa:

URL

Beschreibung

Album 1

  • Ankunft in Spitzbergen
  • Noorderlicht
  • Erste Wanderung am Ossian Sarsfjellet
  • Likneset - größter und ältester Friedhof Spitzbergens
  • Eisbären im Fuglefjord

Album 2

  • Wanderung im roten Fjord
  • Walrösser auf Moffen
  • Wanderung in Virgohamna
  • Reste einer Wehmachts-Wetterstation aus dem WK2
  • Ny Alesund
  • Barentsburg

Album 3

  • Barentsburg
  • Longyearbyen
  • Kopenhagen